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„Ein Herz für Kinder“ unterstützt notleidende Kinder in der Bekaaebene im Libanon und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Bad Homburg ist Projektpartner


B e i r u t / B a d H o m b u r g
Die Hilfsaktionen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Bad Homburg für den Libanon ziehen immer weitere Kreise: Jetzt erhielten die Gemeinde Zusage, dass ein von ihr unterstütztes Beduinenschulprojekt offizielles Hilfsprojekt der bundesweiten Aktion „Ein Herz für Kinder“ wird. Zur Verbesserung der Wasserversorgung und für die Anschaffung von Schulmöbeln und -büchern für zwei Beduinenschulen in der Bekaa-Ebene gewährt diese mit der BILD-Zeitung verbundene Aktion einen Zuschuss in Höhe von 165.600 US-Dollar (121.000 Euro). Nach Angaben von Gemeindepastor Lutz Reichardt hatten einige Gottesdienstbesucher Tränen in den Augen, als vor kurzem diese Nachricht im Gottesdienst weiter gegeben wurde: „Sie staunen darüber, welchen Stein eine einfache Gemeinde ins Rollen bringen kann.“

Es ist der Gemeinde wichtig, dass nicht nur Geld anonym gegeben wird, sondern dass Mitglieder der Gemeinde auch vor Ort helfen können. Die Gemeinde versteht ihr Engagement als „Brücke zwischen christlich-europäischer und muslimisch-arabischer Welt.“. Reichardt: „Muslime in der arabischen Welt sollen merken, dass sie in Westeuropa Freunde und nicht Feinde haben. Und die oft ‚vergessenen Christen im Libanon erfahren eine Solidarität, die ihnen hilft, im Land zu bleiben.“ Die Gemeinde erlebt, dass die Hilfsprojekte dazu beitragen, „dass auch in Deutschland die Angst vor der arabischen Welt abgebaut wird“.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde engagiert sich seit Ende 2004 für den Libanon. Nach einem Seminarwochenende über den Islam und einer Begegnungswoche mit dem Dekan des Arab Theological Seminary in Beirut, startete eine erste Gruppe von 18 Bad Homburgern zu einer Projektreise in den Libanon, um einen Eindruck über die Arbeit und mögliche konkrete Partnerprojekte zu gewinnen. Seitdem hat ein reger Austausch zwischen Beirut und Bad Homburger stattgefunden, bei dem sich, neben einem spannenden und hilfreichen Austausch auch diverse Einzelprojekte ergeben haben.

So entstand auch der Kontakt zu den Beduinen in der Bekaa-Ebene, die zu den ärmsten im Lande gehören. Heute arbeitet die Gemeinde im Rahmen des Beduinenprojektes mit der überkonfessionellen und im Libanon staatlich anerkannten Hilfsorganisation „Bridges of Love“ (Brücken der Liebe) zusammen. Im Einzugsgebiet der Stadt Baalbeck wird eine Beduinenschule mit 680 Schülern betreut. Eine zweite Schule mit 100 Schülern befindet sich in der Gegend von Saadnayel. Die Mehrheit der Kinder stammt aus armen, meist schiitischen Bevölkerungsgruppen. Baalbeck gilt als Zentrum der Hisbollah. Nur eine Schulausbildung ermöglicht den Einwohnern der Region eine wirtschaftliche Überlebensperspektive. 25 Prozent der etwa 12.000 Beduinen in der Region verfügten über keinerlei Schulbildung. Durch den Krieg im vergangenen Jahr hat sich ihre wirtschaftliche Lage noch weiter verschlechtert.

Verschiedene glückliche Umstände haben nun dazu geführt, dass das Beduinenprojekt durch „Ein Herz für Kinder“ gefördert wird. Letztlich ist die Gemeinde davon überzeugt, „dass Gott Menschen guten Willens zusammen gebracht hat“. So ist es bei Besuchen des Gemeindepastors Lutz Reichardt im Libanon möglich gewesen, die bisherigen Hilfsprojekte in der Deutschen Botschaft in Beirut vorzustellen. Dort sind besonders die Schulprojekte auf große Zustimmung gestoßen, so dass die Botschaft die Vertreter von „Ein Herz für Kinder“ mit der Gemeinde Bad Homburg in Kontakt gebracht hat. Außerdem gab es Zusammentreffen mit Mitarbeitern des Technischen Hilfswerks, die dann vor Ort in der Bekaa-Ebene Möglichkeiten zur Verbesserung der Wasserversorgung der Beduinen geprüft hätten. Nach Angaben dieser Experten ist es möglich, mit einer entsprechenden Investition dafür zu sorgen, dass die Beduinenkinder kein bakterienverseuchtes Wasser mehr trinken müssen. In Kürze wird es einen offiziellen Besuch der Botschaft in den beiden Schulen geben.

Inzwischen gibt es weitere Initiativen. Pastor Reichardt hofft, dass es auch gelingt, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) für die Hilfsprojekte im Libanon zu gewinnen. Tatsächlich war es ihm vor kurzem möglich, bei einem Treffen im UN-Gebäude in Beirut zwei Projekte vorzustellen.

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