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Kleine, scharfe Beobachtungen des Lebens- und Glaubensalltags, humoristisch überhöht und oft gleichzeitig bitterernst - sie bildeten das Zentrum des Konzertabends am 13. November in unserem Gemeindezentrum.
So zum Beispiel das Gespräch von „Herrn Schmidt“ mit dessen Chef, der seinen langjährigen Mitarbeiter mit kumpelhaften Phrasen darüber informiert, dass er ihn demnächst entlassen wird. Oder der Blick ins eheliche Schlafzimmer: Nach vielen Jahren haben sich die Eheleute so gut wie nichts mehr zu sagen. Was sie verbindet, ist nur noch müdes Schweigen.
Der Kabarettist und TV-Journalist Martin Buchholz präsentierte sein Konzertprogramm zusammen mit dem australischen Geiger Timothy Jones, einem professionellen Orchestermusiker. Die beiden, im wirklichen Leben Reihenhaus-Nachbarn am Rand von Köln, ergänzten sich auf der Bühne perfekt. Viele Zuhörer konnten erstaunt feststellen, wie gut Gitarre, Gesangsstimme und Geige miteinander harmonieren; für einige Minuten entführten die Musiker das Publikum sogar in die imaginäre New Yorker Carnegie-Hall mit einem virtuosen Geigen-Stück und einer Gitarre, die für ein ganzes Sinfonie-Orchester einstand. Der abgedunkelte Gemeinderaum und die schwarz verhängte Bühne taten ein Übriges, um die Illusion Wirklichkeit werden zu lassen.
Und dann wieder nadelspitz-ehrliche Fragen, zurück auf dem Boden der Realität: Wie war das eigentlich mit Jesus und seinen Eltern: War Jesus ein Wunschkind? Wie wäre eine Gemeinde wohl mit seiner unverheiratet schwangeren Mutter Maria als Gemeindemitglied umgegangen? Vom Kind in der Krippe ausgehend, ging der Blick an diesem Abend weiter auf die Situation der Kinder in der Welt, besonders in den Entwicklungsländern. Martin Buchholz und Timothy Jones ersparten dem Publikum nicht die Schilderung der rauen Lebenswirklichkeit vieler Kinder, ersparten ihm nicht den Blick auf die vielen Widersprüche und Brüche dieser Welt. Aber sie führten diesen Blick zurück nach Bethlehem. Es ist das Kind im Stall, Gott, in seinem Sohn Jesus Christus, der diese Welt trägt und erhält. Und es ist die Kirche, die im Namen Gottes den Traum von einer besseren Welt wach halten kann, den Traum von einem respekt- und liebevollen Umgang der Menschen miteinander.
Ein Kabarett-Konzert, das hinterher für manche intensiveren Gespräche Anlass bot. Wie beim Gestalten des Gottesdienstraumes, bei Licht- und Tontechnik, so war es auch im Foyer der engagierte Einsatz von Gemeindemitgliedern, der die gute Atmosphäre dieser Veranstaltung und der zwei folgenden Abende ausmachte. Menschen, die sonst nicht in der Gemeinde zu Hause sind, fühlten sich in unseren Räumen wohl. Und konnten erfahren, dass der Glaube an Christus viel mit dem Lebensalltag jedes Einzelnen zu tun hat und sich in diesem Alltag bewähren möchte.
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