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Morgens Ski fahren, am Nachmittag im warmen Meer baden - Möglichkeiten, die das kleine Land zwischen Israel und Syrien Interessierten bietet. Auf der einen Seite schneebedeckte Bergriesen von mehr als dreieinhalbtausend Metern Höhe, auf der anderen Seite Bilderbuch-Strand und Mittelmeersonne. Der Libanon, ein arabisches Land voller geschichtsträchtiger Baudenkmäler, in dem verschiedene Kulturen und Religionen zusammenleben.
Dr. Martin Accad, vom 3. bis 6. Februar zu Gast in der Gemeinde in der Sodener Straße, stammt aus Beirut. Nach seiner Ausbildung im englischen Oxford lebt und arbeitet der 32-jährige Theologe nun wieder in seiner Heimat. Er ist Dekan des Arabisch-Baptistischen Theologischen Seminars (ABTS) in der libanesischen Hauptstadt. Wenn der 32-jährige Hochschullehrer über den Libanon spricht, schildert er natürlich die Schönheiten seines Landes. Aber er spricht auch über die besonderen politischen und sozialen Herausforderungen, das angespannte Verhältnis zu den Nachbarländern, die nicht zu übersehenden Unterschiede zwischen Arm und Reich und zwischen den verschiedenen Kulturen. Die Hochschule, der er als Dekan vorsteht, sieht Accad auch als einen Beitrag zur Verständigung zwischen der arabischen und der christlichen Welt. Studenten aus vielen islamischen Ländern haben hier die Möglichkeit, Theologie zu studieren. Eine Ausbildung, die in Beirut auch mit ganz praktischer sozialdiakonischer Arbeit gekoppelt ist. Das ABTS ist verbunden mit christlichen Schulprojekten in der libanesischen Hauptstadt, es ist an einem interkulturellen Kindergarten beteiligt und engagiert sich beim Projekt „Tahaddi“. In einer Flüchtlingssiedlung in Beirut bringen die Helfer von „Tahaddi“ den Kindern, die keine Schule besuchen, in drei Jahren Lesen und Schreiben bei und unterrichten sie in handwerklichen Fertigkeiten.
Die Gemeinde in der Sodener Straße hat die Arbeit des Arabisch-Baptistischen Theologischen Seminars seit einiger Zeit zu einem ihrer Projekte gemacht. In den Weihnachtsgottesdiensten 2004 hat sie gut 6.000,- Euro für einen Spielplatz gesammelt, auf dem christliche und muslimische Kinder spielerisch entdecken, dass sie in einer Welt leben. Aber es geht nicht nur um finanzielle Hilfe. Möglichst häufige Kontakte hin und her sollen zum gegenseitigen Verständnis beitragen. Christen in Bad Homburg können so die arabische Welt besser kennen lernen auch im Hinblick auf den Umgang mit Muslimen in Deutschland. Studenten aus Beirut haben wiederum die Möglichkeit, mit Christen aus einem westlichen Land Kontakt aufzunehmen. In Planung sind unter anderem ein Jugendaustausch, Hilfe bei medizinischen Projekten in Beirut und Unterstützung bei der wissenschaftlichen Arbeit und theologischen Ausbildung am Seminar.
Nach Besuchen von Dr. Martin Accad und Prof. Paul Sanders, dem Leiter der Hochschule, wird eine Gruppe der Gemeinde im April zu einem Gegenbesuch nach Beirut reisen. Die rund 20 Teilnehmer der Gruppe wollen sich einige Tage Zeit nehmen, die Situation vor Ort kennen zu lernen, und die Gelegenheit zum Gespräch mit Mitarbeitern und Studierenden des ABTS wahrnehmen.
Martin Dorra
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